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Die vorgeburtliche Entwicklung gliedert sich in die Embryonalperiode (Entwicklung der Organanlagen) und die Fetalperiode (Wachstum und Reifung). Die Plazenta und die Eihäute dienen der Ernährung, dem Gasaustausch und dem Schutz des heranwachsenden Kindes bis zur hormonell gesteuerten Geburt.
Die intrauterine Entwicklung des Menschen wird in zwei Hauptphasen unterteilt: die Embryonalperiode (bis zur 8. Entwicklungswoche nach Befruchtung) und die Fetalperiode (ab der 9. Woche bis zur Geburt). Während der Embryogenese steht die Organogenese (Ausbildung aller Organanlagen) im Vordergrund. In dieser Phase ist der Embryo hochgradig empfindlich gegenüber teratogenen Schadstoffen. Die Fetogenese ist primär durch das Längen- und Gewichtswachstum sowie die funktionelle Ausreifung der bereits angelegten Organsysteme gekennzeichnet.
Die Plazenta (Mutterkuchen) entsteht aus fetalen (Chorion frondosum) und mütterlichen Anteilen (Decidua basalis). Sie dient dem Gasaustausch, der Nährstoffzufuhr und der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten des Kindes. Mütterliches und kindliches Blut fließen in getrennten Kreisläufen und vermischen sich nicht; sie sind durch die Plazentaschranke getrennt, die selektiv Stoffe durchlässt. Zudem produziert die Plazenta lebenswichtige Hormone wie hCG, Progesteron, Östrogene und hPL. Der Fötus ist von Eihäuten (Amnion und Chorion) umgeben, die die Fruchtblase bilden.
Die Schwangerschaft dauert durchschnittlich 40 Wochen (280 Tage p.m.). Die Geburt (Partus) wird durch hormonelle Signale, insbesondere einen Abfall des Progesteronspiegels und die Ausschüttung von Oxytocin (welches rhythmische Wehen der Gebärmuttermuskulatur induziert), eingeleitet. Sie gliedert sich in drei Perioden: Die Eröffnungsperiode (von Beginn muttermundwirksamer Wehen bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermunds), die Austreibungsperiode (vom vollständig geöffneten Muttermund bis zur Geburt des Kindes) und die Nachgeburtsperiode (Ausstoßung der Plazenta und der Eihäute innerhalb von etwa 30 Minuten nach der Geburt).