Wir verwenden essenzielle Cookies fuer den Betrieb der Seite. Optionale Analytik wird erst nach deiner Zustimmung aktiviert.
Die männlichen Fortpflanzungsorgane lassen sich in äußere und innere Geschlechtsorgane einteilen und dienen der Produktion von Testosteron, der Spermienbildung, -speicherung und -ausscheidung, unterstützt durch mehrere akzessorische Drüsen. Die Spermatogenese dauert etwa 10 Wochen, und die reifen Spermien bewegen sich mit 3–4 mm/min; sie benötigen 1–3 Stunden bis zur Eizelle und bleiben im weiblichen Genitaltrakt bis zu 72 Stunden befruchtungsfähig.
Die männlichen Fortpflanzungsorgane lassen sich in äußere und innere Geschlechtsorgane einteilen. Äußerlich sichtbar sind Penis und Skrotum (Hodensack). Die inneren Organe umfassen die Hoden, Nebenhoden, Samenleiter sowie die akzessorischen Drüsen: Bläschendrüsen, Prostata, Cowper-Drüsen und die Samenleiterampulle.
Der Penis gliedert sich in Peniswurzel, Penisschaft und die Eichel (Glans penis), die von der Vorhaut (Präputium) umgeben ist. Im Penis verlaufen drei Schwellkörper: die paarigen Corpora cavernosa und das unpaare Corpus spongiosum, welches die Harnröhre umschließt und sich in der Eichel als Spongiosum glandis fortsetzt. Die Erektion wird durch den Parasympathikus ausgelöst, die Ejakulation (Samenerguss) unterliegt der Steuerung des Sympathikus.
Der Hodensack (Skrotum) ist ein durch das Septum scroti in zwei Hälften geteilter Hautbeutel. Er umschließt die Hoden, Nebenhoden und die abführenden Samenstränge. Während der Embryonalentwicklung steigen die Hoden aus der Bauchhöhle durch den Leistenkanal in das Skrotum hinab. Diese externe Lage ist entscheidend, da die Spermatogenese eine Temperatur benötigt, die etwa 2–5 °C unter der Körperkerntemperatur liegt.
Innerhalb der Hoden befinden sich die Samenkanälchen (Tubuli seminiferi). Zwei spezialisierte Zelltypen steuern die Funktion: Die Sertoli-Zellen bilden die Blut-Hoden-Schranke, die die heranreifenden Keimzellen vor schädlichen Substanzen und dem eigenen Immunsystem schützt, da sich die DNA der Spermien von der körpereigenen unterscheidet. Zudem versorgen sie die Keimzellen mit Nährstoffen. Die Leydig-Zwischenzellen produzieren unter Kontrolle der Hypophyse Androgene, vor allem Testosteron.
Die Spermatogenese beginnt in der Pubertät und verläuft lebenslang. Aus einer diploiden Stammzelle (Spermatogonie) entstehen durch Meiose vier haploide Spermatiden, die sich in der Spermiogenese zu morphologisch fertigen Spermien differenzieren. Die gesamte Entwicklung von der Spermatogonie bis zum reifen Spermatozoon dauert etwa 10 Wochen.
Ein reifes Spermium (Spermatozoon) besteht aus einem Kopf, einem Mittelstück, einem Schwanz und einem Endstück. Der Kopf enthält den Zellkern mit einem haploiden (einfachen) Chromosomensatz sowie eine große Zahl an mRNA-Molekülen. Er wird teilweise von einer Kopfkappe, dem Akrosom, umschlossen, welches wichtige Enzyme (Proteine) enthält, die die Schutzhüllen der Eizelle auflösen. Das Mittelstück ist reich an Mitochondrien, die die Energie (ATP) für die Bewegung des Schwanzes liefern. Der Schwanz (Geißel oder Flagellum) besteht aus einem Fibrillensystem aus Mikrotubuli und ermöglicht die Fortbewegung.
Nach ihrer Bildung gelangen die Spermien über die Ductuli efferentes in den Nebenhoden (Epididymis). Hier reifen sie endgültig heran, erlangen ihre Beweglichkeit und werden gespeichert, bis sie bei der Ejakulation ausgestoßen werden. Die Spermien haben eine Lebensdauer von etwa einem Monat. Mithilfe ihrer Geißel können sie sich mit einer Geschwindigkeit von 3–4 mm pro Minute fortbewegen. Um die Eizelle zu befruchten, müssen sie die Gebärmutterhöhle durchqueren und entlang der Eileiter wandern. Dieser Weg dauert etwa 1–3 Stunden. Anschließend sind sie im weiblichen Genitaltrakt noch maximal 72 Stunden befruchtungsfähig.
Der Samenleiter (Vas deferens) transportiert die Spermien und zieht vom Nebenhoden durch den Leistenkanal, verläuft dann entlang der Harnblase und erweitert sich zur Samenleiterampulle (einer akzessorischen Drüse). Er mündet schließlich gemeinsam mit den Ausführungsgängen der paarigen Bläschendrüsen (Vesicula seminalis) in die Prostata, wo sie sich zum Ductus ejaculatorius vereinigen und in die Harnröhre (Urethra) münden.
Das Ejakulat besteht nur zu einem kleinen Teil aus Spermien; der Großteil ist Sekret aus den akzessorischen Geschlechtsdrüsen. Die Bläschendrüsen liefern alkalische Flüssigkeit und Fruktose als Energielieferant, die etwa kastaniengroße Prostata unterhalb der Harnblase produziert ein saures Sekret mit Enzymen und Prostaglandinen (diese stimulieren die Muskulatur von Gebärmutter und Scheide). Die Cowper-Drüsen (Bulbourethraldrüsen) reinigen die Harnröhre durch das Präejakulat vor dem Samenerguss. Die Samenleiterampullen zählen ebenfalls zu den akzessorischen Drüsen und steuern Sekret bei. Prostatakrebs ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen des Mannes.