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Biologie · Molekulare Genetik
Welche Reparaturwege die Zelle bei welchem DNA-Schaden nutzt: Korrekturlesen, Mismatch-, Basen- und Nukleotidexzision, Doppelstrangbrüche und der Weg vom Schaden zur Mutation.
Jeder Schadenstyp hat seinen eigenen Weg: Korrekturlesen, Mismatch-Reparatur, BER, NER oder die Reparatur von Doppelstrangbrüchen.
| Schaden | Weg | Schlüssel |
|---|---|---|
| Falscher Einbau beim Kopieren | Korrekturlesen | 3'→5'-Exonuklease |
| Fehlpaarung nach der Kopie | Mismatch-Reparatur | MutS/MutL, Exonuklease |
| Einzelne defekte Base | Basenexzision (BER) | Glykosylase |
| Sperriger Schaden (Thymin-Dimer) | Nukleotidexzision (NER) | Endonukleasen |
| Doppelstrangbruch |
| Ku-Protein; Rad51 |
Fast alle Wege folgen demselben Muster: Schaden erkennen, Stück ausschneiden, nach der Vorlage des Gegenstrangs auffüllen, mit der Ligase verschließen.
Beim Korrekturlesen entfernt die Polymerase selbst ein falsch eingebautes Nukleotid mit ihrer 3'→5'-Exonuklease und baut danach das richtige ein. Nicht jede Polymerase kann das. Was durchrutscht, fängt die Mismatch-Reparatur nach der Replikation ab.
Erkennungsproteine (E. coli: MutS und MutL) spüren die Verformung einer Fehlpaarung. Die Zelle muss den neuen, fehlerhaften Strang vom alten unterscheiden, bei E. coli an der noch fehlenden Methylierung. Eine Exonuklease entfernt ein Stück des neuen Strangs, Polymerase und Ligase füllen und schließen.
Bei der Basenexzision ersetzt die Zelle eine einzelne veränderte Base, etwa nach Desaminierung (aus Cytosin wird Uracil).
Größere Schäden, die die Helix verformen, behebt die Nukleotidexzision. Das Standardbeispiel sind Thymin-Dimere durch UV-Licht: Zwei benachbarte Thymine desselben Strangs verkleben und blockieren die Polymerase.
Endonukleasen schneiden links und rechts des Schadens, das ausgeschnittene Oligonukleotid wird entfernt, Polymerase und Ligase füllen und schließen. Ist die NER angeboren defekt, entsteht Xeroderma pigmentosum mit extremer UV-Empfindlichkeit.
Reißen beide Rückgrate, ist das der gefährlichste Schaden. Es gibt zwei Wege:
| Merkmal | NHEJ | Homologe Rekombination |
|---|---|---|
| Vorlage | keine | Schwesterchromatid |
| Zellzyklus | jede Phase | S und G2 |
| Ergebnis | schnell, oft fehlerhaft | meist exakt |
Beim NHEJ (nicht-homologe Endverknüpfung) halten Ku-Proteine die Bruchenden zusammen, und die Ligase IV verbindet sie direkt, dabei können Nukleotide verloren gehen.
Bei der homologen Rekombination dringt ein Bruchende mit Hilfe von Rad51 in das Schwesterchromatid ein, und die Polymerase verlängert es nach dieser Vorlage.
Ein Schaden ist noch keine Mutation. Erst wenn nach Replikation oder Reparatur eine Änderung der Basensequenz bleibt, liegt eine Mutation vor.
Fehlerhafte Reparatur und spontane Prozesse können Mutationen hinterlassen. Häufen sie sich in Genen für die Zellzyklus-Kontrolle, kann ein Tumor entstehen. Bei zu starkem Schaden löst die Zelle die Apoptose aus, den programmierten Zelltod.
Schrittfolge
Deine AufgabeOrdne in der Übersicht jeden Schaden dem typischen Reparaturweg zu. Vergleiche, ob nur eine Base, ein Nukleotid oder ein Abschnitt entfernt wird und welche Vorlage beim Ergänzen hilft.
Schritt 1 von 7