Essenzielle Cookies sind nötig. Analyse und Werbemessung nur mit deiner Zustimmung.
Chemie · Chemisches Gleichgewicht
Vorzeichen von ΔH bei exothermen und endothermen Reaktionen, ΔH = ΔU + p·ΔV mit Rechenbeispiel sowie Entropie und Gibbs-Energie für freiwillige Vorgänge.
Exotherm: Produkte energieärmer, ΔH < 0, Wärme geht an die Umgebung. Endotherm: Produkte energiereicher, ΔH > 0, Wärme kommt aus der Umgebung. Das Vorzeichen gilt aus Sicht des Systems.
Jede Reaktion setzt Energie um: Bindungen lösen kostet Energie, Bindungen knüpfen setzt Energie frei. Überwiegt das Freiwerden, ist die Reaktion exotherm, sonst endotherm.
Die Enthalpie H hängt nur vom Zustand ab, nicht vom Weg. Die Reaktionsenthalpie ist ΔH = H(Produkte) − H(Edukte). Bei konstantem Druck ist sie die ausgetauschte Wärme. Das System ist die Reaktion im Gefäß, die Umgebung alles außerhalb.
| Merkmal | Exotherm | Endotherm |
|---|---|---|
| ΔH | negativ | positiv |
| Produkte | energieärmer | energiereicher |
| Wärme | an die Umgebung |
| Umgebung | wird wärmer | wird kälter |
| Beispiel | Verbrennung, Neutralisation | Kalkbrennen, Ba(OH)₂ + NH₄Cl |
Beispiel: CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O hat ΔH = −890 kJ/mol. Die Rückreaktion hätte +890 kJ/mol, ihr Vorzeichen ist immer umgekehrt. Auch Eis zu schmelzen ist endotherm, aber ein physikalischer Vorgang. Stell dir bei exothermen Reaktionen einen Ball vor, der bergab rollt und Lageenergie verliert.
Im Gleichgewicht begünstigt eine höhere Temperatur die endotherme Richtung. Ein Katalysator ändert ΔH nicht.
→ Ausführlich in: Massenwirkungsgesetz, Aktivierungsenergie
ΔH und Eₐ sind verschiedene Abstände im Diagramm. ΔH liegt zwischen Edukten und Produkten, Eₐ zwischen Edukten und Gipfel.
ΔH = ΔU + p·ΔVbei konstantem Druck; ΔU = innere Energie
Expandiert das System, leistet es Volumenarbeit p·ΔV gegen den Außendruck. Ändert sich bei konstantem Druck das Volumen nicht (ΔV = 0, etwa ohne Gase), gilt ΔH = ΔU. ΔU ist die Änderung der inneren Energie, also der Energie aller Teilchen zusammen.
Beispiel: ΔU = −500 J, p = 2 bar, ΔV = 1,5 dm³. Rechne in SI-Einheiten (1 bar = 10⁵ Pa, 1 dm³ = 10⁻³ m³): p = 2·10⁵ Pa, ΔV = 1,5·10⁻³ m³. Dann ist p·ΔV = 300 J und ΔH = −500 J + 300 J = −200 J. Die Reaktion ist exotherm.
Ob ein Vorgang freiwillig abläuft, entscheidet nicht ΔH allein. Entropie S misst die Unordnung. Es zählt die Gibbs-Energie:
ΔG = ΔH − T·ΔSΔG < 0 freiwillig, ΔG > 0 nicht freiwillig
ΔG < 0 heißt exergonisch, ΔG > 0 endergonisch, ΔG = 0 ist Gleichgewicht. Für die Umgebung gilt ΔS(Umgebung) = −ΔH(System)/T: Exotherm erhöht ihre Entropie, endotherm senkt sie. Freiwillig heißt nicht schnell, ΔG sagt nichts über die Geschwindigkeit.
| ΔH | ΔS | freiwillig? |
|---|---|---|
| − | + | immer |
| + | − | nie |
| − | − | nur bei tiefem T |
| + | + | nur bei hohem T |
So läuft Kalkbrennen (endotherm, CO₂ entsteht) erst bei hoher Temperatur freiwillig ab.
Wenn die Entropie des Systems stark zunimmt, wird T·ΔS größer als ΔH, und ΔG ist negativ.
Beschriftbare Abbildung
Deine AufgabeVergleiche die beiden Profile: Wohin fließt Wärme, welches Vorzeichen hat ΔH und welcher Abstand zeigt Eₐ? Sage voraus, welche Reaktionsrichtung bei einer Temperaturerhöhung begünstigt wird.
Tippe auf eine Beschriftung in der Abbildung, um ihre Erklärung zu lesen.