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Die organische Chemie ist die Wissenschaft der Kohlenwasserstoffverbindungen und ihrer Derivate, definiert durch Kohlenstoffgerüste mit C-C- und C-H-Bindungen. Sie umfasst sowohl acyclische (Alkane, Alkene, Alkine) als auch cyclische Strukturen (Carbocyclen, Heterocyclen). Die einzigartige Vielfalt beruht auf der Fähigkeit des Kohlenstoffs, vier Bindungen, Mehrfachbindungen und aromatische Systeme auszubilden sowie Heteroatome und funktionelle Gruppen zu integrieren. Kohlenstoff kann zudem Oxidationsstufen von -4 bis +4 einnehmen.
Die Organische Chemie ist das Teilgebiet der Chemie, das sich mit kohlenstoffhaltigen Verbindungen befasst. Der Kohlenstoff (C) nimmt eine Sonderstellung ein, da er aufgrund seiner vier Valenzelektronen genau vier kovalente Bindungen (Atombindungen) ausbilden kann. Man kann sich das Kohlenstoffatom wie einen Legostein mit vier Noppen vorstellen, der in alle Richtungen stabil mit anderen Steinen verknüpft werden kann.
Lange Zeit glaubte man, organische Substanzen könnten nur durch eine geheimnisvolle 'Lebenskraft' in Lebewesen entstehen. Der deutsche Chemiker Friedrich Wöhler widerlegte diese Theorie 1828, indem er aus dem anorganischen Salz Ammoniumcyanat die organische Verbindung Harnstoff synthetisierte. Heute werden organische Verbindungen einzig über ihr Kohlenstoffgerüst sowie die charakteristischen C-C- und C-H-Bindungen definiert – unabhängig von ihrer Herkunft. Synthetische Kunststoffe wie PVC sind daher ebenso organisch wie natürliche Fette.
Diese Fähigkeit ermöglicht die Bildung von stabilen Ketten, verzweigten Strukturen und Ringen. Kohlenwasserstoffe sind die einfachsten organischen Verbindungen und bestehen, wie der Name sagt, ausschließlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Sie dienen in der Medizin oft als Grundstruktur für Medikamente oder körpereigene Botenstoffe.
Neben den Einfachbindungen kann Kohlenstoff auch Doppel- und Dreifachbindungen eingehen sowie aromatische Systeme mit delokalisierten Elektronenwolken ausbilden. Die Vielfalt organischer Moleküle wird zudem durch Heteroatome wie Sauerstoff (O), Stickstoff (N), Schwefel (S), Phosphor (P) und die Halogene (z.B. Chlor) gesteigert, die als funktionelle Gruppen an das Kohlenstoffgerüst binden. Diese Kombinationen erlauben den Aufbau riesiger Makromoleküle – von Biomolekülen wie Proteinen und Stärke bis hin zu synthetischen Polymeren.
Alkane sind gesättigte Kohlenwasserstoffe. 'Gesättigt' bedeutet hier, dass zwischen den Kohlenstoffatomen ausschließlich Einfachbindungen vorliegen. Jedes C-Atom ist also mit der maximal möglichen Anzahl an Wasserstoffatomen 'gesättigt'. Die allgemeine Summenformel lautet C_nH_(2n+2). Beispiel: Besitzt ein Alkan 3 C-Atome (n=3), hat es (2 × 3) + 2 = 8 H-Atome (Propan).
Alkene gehören zu den ungesättigten Kohlenwasserstoffen, da sie mindestens eine Doppelbindung (C=C) zwischen zwei Kohlenstoffatomen aufweisen. Da eine Doppelbindung zwei Bindungsstellen 'verbraucht', die sonst Wasserstoff binden könnten, besitzen Alkene bei gleicher C-Anzahl zwei Wasserstoffatome weniger als Alkane. Ihre allgemeine Formel ist C_nH_(2n).
Alkine sind ebenfalls ungesättigt und zeichnen sich durch mindestens eine Dreifachbindung (C≡ C) aus. Diese Bindung ist sehr energiereich und verkürzt den Abstand zwischen den C-Atomen. Die allgemeine Summenformel für Alkine mit einer Dreifachbindung lautet C_nH_(2n-2).
Die Benennung folgt der IUPAC-Nomenklatur. Der Stammname richtet sich nach der Anzahl der C-Atome: Meth- (1), Eth- (2), Prop- (3), But- (4), Pent- (5), Hex- (6). Die Endung gibt den Bindungstyp an: -an für Alkane, -en für Alkene und -in für Alkine. Ein Kohlenwasserstoff mit zwei C-Atomen und einer Dreifachbindung heißt somit Ethin.
Neben den kettenförmigen (acyclischen) Verbindungen gibt es cyclische Kohlenwasserstoffe, bei denen die Kohlenstoffatome einen geschlossenen Ring bilden. Man unterscheidet Carbocyclen (Ringe nur aus C-Atomen) und Heterocyclen (Ringe mit mindestens einem Heteroatom). Cyclische Strukturen sind zentrale Bausteine vieler Medikamente und körpereigener Moleküle.
Verbindungen, die sich nur durch die Anzahl der CH₂-Glieder unterscheiden, bilden eine homologe Reihe. Innerhalb dieser Reihe ändern sich die physikalischen Eigenschaften systematisch: Mit zunehmender Kettenlänge steigen die Siedepunkte, da die Van-der-Waals-Kräfte (schwache Wechselwirkungen zwischen Molekülen) aufgrund der größeren Oberfläche zunehmen.
Dank seiner Position im Periodensystem kann Kohlenstoff alle Oxidationszahlen von -4 bis +4 annehmen. Er vermag also vier Elektronen aufzunehmen oder abzugeben und auf diese Weise an zahlreichen Redoxreaktionen teilzunehmen – eine fundamentale Voraussetzung für biochemische Energiegewinnung und Synthesevorgänge.