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Der Logarithmus ist die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion und dient dazu, den unbekannten Exponenten einer Gleichung zu bestimmen. Er ist ein unverzichtbares Werkzeug zur Beschreibung von Prozessen, die über viele Größenordnungen verlaufen, wie etwa der pH-Wert oder die Halbwertszeit.
Stellen wir uns die Exponentialfunktion als eine Einbahnstraße vor: Wir kennen die Basis und den Exponenten und suchen das Ergebnis (z. B. 2³ = 8). Der Logarithmus ist der Weg zurück: Wir kennen die Basis (2) und das Ergebnis (8) und suchen den Exponenten, der diese Gleichung löst. Die mathematische Schreibweise lautet log₂(8) = 3.
Jeder Logarithmus besitzt eine Basis (die Zahl unten am Log-Zeichen) und einen Numerus (die Zahl, von der der Logarithmus gezogen wird). Der Numerus muss beim Logarithmieren im reellen Zahlenbereich immer positiv sein, da eine positive Basis, egal mit welcher Zahl sie potenziert wird, niemals ein negatives Ergebnis oder Null liefern kann.
In der Medizin und Naturwissenschaft begegnen uns zwei spezielle Basen besonders häufig: Der dekadische Logarithmus (Symbol: lg oder log₁₀) mit der Basis 10 und der natürliche Logarithmus (Symbol: ln) mit der Basis e (Eulersche Zahl ≈ 2,718). Der ln ist die direkte Umkehrfunktion zur e-Funktion.
Die Logarithmenregeln erlauben es uns, komplexe Rechnungen zu vereinfachen. Die wichtigste Regel für den MedAT ist die Multiplikationsregel: log(a × b) = log(a) + log(b). Der Logarithmus verwandelt also eine Multiplikation in eine Addition, was historisch das Rechnen mit großen Zahlen massiv erleichterte.
Ebenso gilt für Divisionen die Quotientenregel: log(a / b) = log(a) - log(b). Dies ist die Grundlage für die Definition des pH-Werts, der als der negative dekadische Logarithmus der Hydronium-Ionen-Konzentration definiert ist.
Eine besonders mächtige Eigenschaft ist die Potenzregel: log(a^n) = n × log(a). Diese Regel ermöglicht es uns, eine Variable aus dem Exponenten 'herunterzuholen', um sie berechenbar zu machen. Wenn wir also e^x = 5 lösen wollen, wenden wir den ln auf beide Seiten an und erhalten x = ln(5).
Grafisch gesehen ist die Logarithmusfunktion die Spiegelung der Exponentialfunktion an der ersten Mediane (der Geraden y = x). Während die Exponentialfunktion extrem schnell wächst, wächst die Logarithmusfunktion für große Werte nur noch sehr langsam an.