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Das Orbitalmodell ersetzt die festen Bahnen des Bohrschen Atommodells durch statistische Aufenthaltsräume, die durch Quantenzahlen und die Heisenbergsche Unschärferelation definiert werden.
Das Bohrsche Atommodell war ein Meilenstein, da es Elektronen auf festen, kreisförmigen Bahnen um den Kern postulierte. Diese Bahnen entsprechen diskreten (festgelegten) Energieniveaus. Allerdings kann dieses Modell die Position der Elektronen zu genau bestimmen, was der Quantenmechanik widerspricht.
Die Heisenbergsche Unschärferelation besagt, dass es unmöglich ist, gleichzeitig den Ort und den Impuls (Geschwindigkeit) eines Elektrons exakt zu bestimmen. Je genauer wir wissen, wo ein Elektron ist, desto ungenauer kennen wir seine Bewegung. Dies macht die Vorstellung von festen 'Planetenbahnen' hinfällig.
Im modernen Orbitalmodell sprechen wir daher nicht mehr von Bahnen, sondern von Orbitalen. Ein Orbital ist ein dreidimensionaler Raum, in dem sich ein Elektron mit einer hohen Wahrscheinlichkeit (meist 90 %) aufhält. Man nennt dies die Aufenthaltswahrscheinlichkeit.
Die Form und Energie dieser Orbitale werden durch die Quantenzahlen festgelegt. Die Hauptquantenzahl (n) bestimmt die Schale und damit das Hauptenergieniveau, während die Nebenquantenzahl (l) die räumliche Gestalt des Orbitals festlegt (z. B. kugelförmige s-Orbitale oder hantelförmige p-Orbitale).
Das Pauli-Prinzip (Ausschließungsprinzip) ist eine fundamentale Regel: In einem Atom dürfen keine zwei Elektronen in allen vier Quantenzahlen übereinstimmen. Da ein Orbital durch drei Quantenzahlen (n, l, m_l) definiert ist, passen maximal zwei Elektronen hinein, die sich dann in ihrer vierten Quantenzahl, dem Spin (Eigendrehimpuls), unterscheiden müssen.
Die Hundsche Regel besagt, dass energetisch gleichwertige Orbitale (wie die drei p-Orbitale einer Schale) zuerst nacheinander mit Elektronen gleichen Spins besetzt werden, bevor sie mit einem zweiten Elektron (mit entgegengesetztem Spin) aufgefüllt werden. Dies minimiert die Abstoßung zwischen den Elektronen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Während Bohr das Atom als zweidimensionales System mit festen Radien sah, beschreibt das Orbitalmodell eine dreidimensionale 'Elektronenwolke'. Diese Wolken bestimmen, wie Atome miteinander interagieren und chemische Bindungen eingehen.