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Abgeleitete Größen bilden das komplexe Vokabular der Physik, indem sie die sieben SI-Basisgrößen durch Multiplikation und Division zu neuen Einheiten kombinieren.
Während die sieben SI-Basisgrößen (Meter, Kilogramm, Sekunde, Ampere, Kelvin, Mol, Candela) das unveränderliche Fundament des Messwesens bilden, sind abgeleitete Größen Konstrukte, die aus diesen Basiseinheiten hervorgehen. Man kann sie sich wie Wörter vorstellen, die aus den Buchstaben eines Alphabets (den Basisgrößen) zusammengesetzt werden.
Die Verknüpfung erfolgt ausschließlich durch mathematische Operationen wie Multiplikation oder Division. Ein einfaches Beispiel ist die Fläche: Sie entsteht durch die Multiplikation von Länge mal Länge, woraus die abgeleitete Einheit Quadratmeter (m²) resultiert. Das Volumen folgt demselben Prinzip (m³).
Komplexere Zusammenhänge finden wir bei der Geschwindigkeit. Hier wird die Basisgröße Länge durch die Basisgröße Zeit geteilt. Die resultierende abgeleitete Einheit ist Meter pro Sekunde (m/s). Es gibt keine eigenständige 'Ur-Einheit' für Geschwindigkeit; sie ist immer von Raum und Zeit abhängig.
Viele dieser Kombinationen sind im wissenschaftlichen Alltag so gebräuchlich, dass sie eigene Namen erhalten haben. Die Kraft wird beispielsweise in Newton (N) gemessen. Schaut man jedoch 'unter die Haube', erkennt man, dass 1 N exakt 1 kg × m/s² entspricht. Diese Eigennamen dienen lediglich der Übersichtlichkeit.
Ein entscheidender Vorteil des SI-Systems ist seine Kohärenz. Das bedeutet, dass bei der Ableitung neuer Einheiten keine künstlichen Zahlenfaktoren (wie etwa 60 oder 12) eingefügt werden müssen. 1 Watt (W) ist exakt 1 Joule (J) pro Sekunde (s).
Die Dimensionsanalyse ist ein mächtiges Werkzeug, um physikalische Formeln zu prüfen. Da auf beiden Seiten einer Gleichung die gleichen Basisgrößen stehen müssen, kann man durch das Zerlegen abgeleiteter Einheiten schnell feststellen, ob eine Berechnung theoretisch Sinn ergibt.
In der Medizin begegnen uns abgeleitete Größen ständig: Der Blutdruck wird oft in mmHg angegeben, die SI-konforme abgeleitete Einheit für Druck ist jedoch das Pascal (Pa), welches als Kraft pro Fläche (N/m²) definiert ist.