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Physik · Schwingungen und Wellen
Superposition und Interferenz mit Gangunterschied und Kohärenz, Schwebung, Reflexion und stehende Welle, Brechung nach Snellius und die Bedingung für Beugung.
Treffen Wellen aufeinander, addieren sich ihre Auslenkungen. Je nach Gangunterschied verstärken oder löschen sie sich aus: Das Ergebnis heißt Interferenz.
Wellen am selben Ort addieren ihre Elongationen (Auslenkungen) punktweise und vorzeichenrichtig. Danach laufen sie unverändert weiter, als hätten sie sich nie getroffen. Das Ergebnis der Überlagerung heißt Interferenz.
Ob Berg auf Berg oder Berg auf Tal trifft, hängt vom Gangunterschied Δs ab, dem Wegunterschied der Wellen bis zum selben Punkt.
| konstruktiv | destruktiv | |
|---|---|---|
| Gangunterschied | k·λ (0, λ, 2λ …) | (2k+1)·λ/2 |
| Phasenunterschied | 0°, 360° … | 180°, 540° … |
| Es treffen |
| Berg auf Tal |
| Amplitude | A₁ + A₂ | A₁ − A₂ (Betrag) |
Zwei Wellen mit je A = 2 cm ergeben konstruktiv 4 cm. Ein Gangunterschied von 1,5 λ ist 3 · λ/2, also destruktiv. Vollständig löschen sich die Wellen nur aus, wenn beide gleich große Amplituden haben.
Beispiel Schall: Zwei gleichphasige Lautsprecher senden 686 Hz (λ = 0,5 m). Ist ein Punkt 2,00 m und 2,25 m entfernt, ist Δs = 0,25 m = λ/2, und dort löschen sich die Töne fast aus.
Ein stabiles Muster braucht kohärente Wellen: gleiche Frequenz und zeitlich konstante Phasendifferenz. Sonst wechseln Verstärkung und Auslöschung so schnell, dass du nur den Mittelwert siehst. → Ausführlich in: Wellenoptik
Überlagern sich zwei Wellen mit leicht verschiedener Frequenz, schwillt die Amplitude periodisch an und ab. Die Schwebungsfrequenz ist die Differenz der Frequenzen: 440 Hz und 442 Hz geben 2 Schwebungen pro Sekunde. Beim Stimmen verschwindet sie, wenn beide Töne gleich sind.
Überlagern sich ein Grundton und seine Obertöne (ganzzahlige Vielfache), entsteht eine periodische, aber nicht sinusförmige Welle: ein Klang. → Ausführlich in: Harmonische Wellen
Bei der Reflexion ist der Einfallswinkel gleich dem Ausfallswinkel. Trifft eine Welle senkrecht auf eine Wand, überlagern sich einlaufende und reflektierte Welle gleicher Frequenz zu einer stehenden Welle.
| Ende | Phasenumkehr | Stelle am Ende |
|---|---|---|
| fest (eingespannte Saite) | ja, 180° | Knoten |
| lose (frei bewegliches Seilende) | nein | Bauch |
Eine beidseitig feste Saite der Länge L trägt nur Wellen mit L = n·λ/2 (n = 1, 2, 3 …). Der Grundton hat λ = 2L.
Wechselt eine Welle in ein Medium mit anderer Geschwindigkeit, ändert sie ihre Richtung: Brechung. Die Frequenz bleibt, v und λ ändern sich. Ein Teil der Energie wird immer auch reflektiert.
sin α₁ / sin α₂ = v₁ / v₂Winkel zum Lot, gilt für jede Welle
Im langsameren Medium knickt die Welle zum Lot hin, im schnelleren vom Lot weg. Licht wird in Wasser langsamer und knickt zum Lot hin, Schall wird in Wasser schneller und knickt vom Lot weg.
Für Licht schreibst du das mit n = c/v als n₁ · sin α₁ = n₂ · sin α₂, beim Übergang vom optisch dichteren ins dünnere Medium vom Lot weg. → Ausführlich in: Geometrische Optik
Vom dichteren ins dünnere Medium gibt es ab dem Grenzwinkel Totalreflexion.
Beugung lenkt Wellen an Kanten und Öffnungen in den geometrischen Schatten. Sie ist deutlich, wenn die Öffnung etwa so groß wie λ oder kleiner ist. Schall (λ ≈ 0,3 m bei 1 kHz) läuft um die Ecke, Licht (λ ≈ 500 nm) nur an feinsten Spalten.
Warum das so ist, zeigt das Huygenssche Prinzip. → Ausführlich in: Elementarwellen Den Doppelspalt rechnest du hier: Wellenoptik
Interaktive Darstellung
Deine AufgabeStelle Δs = 0,5 m ein und sage vorher, was passiert. Verkleinere dann A₂: Warum verschwindet die Summe nicht mehr vollständig?